Topic
„EDUCATIONAL ADD-ONS“
Der Schwerpunkt des Symposiums „Changing Strategies 2010“ liegt auf dem System der Bildung an sich. Dieses System hat sich in den letzten Jahren stark verändert, vor allem der Bologna-Prozess und dessen Umsetzung haben an vielen Universitäten eine Verschulung mit sich gebracht und die Bildungsfreiheit der Studierenden stark eingeschränkt. Die Bildung wurde genormt und vereinheitlicht. Ist dies ein Phänomen in Österreich, oder betrifft es auch die Europäische Union an sich?
Dieses geänderte System muss um Perspektiven und Möglichkeiten erweitert und bereichert werden um den Studierenden Möglichkeiten der individuellen Entwicklung zurückzugeben. Veränderbare, adaptive Strategien sollen bewirken, dass neue Zukunftsvisionen der (Aus)Bildung geschaffen werden. Nach der Definition ist ein „Add-on“ ein optionales Modul, welches ein bestehendes System ergänzt oder erweitert. Add-ons im universitären Kontext beinhalten vorrangig Perspektiven aus der Warte der individuellen Selbstdefinition der (Aus)-zu-Bildenden.
Das Ziel soll es sein alternative Perspektiven auf eine Zukunft und Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, sowie Ausblicke zu ermöglichen. Perspektive leitet sich auch dem Lateinischen Wort Perspicere ab, es bedeutet hindurchsehen, hindurch blicken, Durchblick erlangen.
Die ausgearbeiteten „Add-ons“ sollen dem bestehenden universitären System eine Struktur in die Hand geben, welche durch Bausteine nach Bedarf aufgebaut, erweitert und verändert werden kann. Wir sprechen also von Elementen die einem größeren System hinzugefügt werden, um mehr Perspektiven für die Zukunft zu schaffen. Was könnte ein solcher Baustein, ein solches Add-on sein?
Das heißt, wir stellen Fragen, wie der Einstieg in das Arbeitsleben verbreitert und variantenreicher gestaltet werden kann und wie sich dadurch in ihrer Wirtschaftlichkeit die Wirkbeziehung zur Ausbildung verbessern könnte.
Das Symbol für unser Thema „educational Add-ons“ präsentiert sich als Legostein, als Form eines Modulsystems, das auf verschiedene Weisen zusammengefügt und miteinander verbunden werden kann. Die Art, wie man es zusammenbaut, bestimmt das Konstrukt des Objektes. Die Besonderheit liegt dabei daran, dass das Ganze oder auch nur Teile davon wieder auseinandergenommen werden können und damit wiederum neue Systeme zusammengestellt werden können. Ein zusätzlicher Bauteil (er)schafft eine neue Möglichkeit das System zu interpretieren.
PANEL 1:
Bildungsexport! Ă–sterreich kann auf eine lange Geschichte von Architekturausbildung zurĂĽckblicken die sich in die ganze Welt exportiert hat. Wie/Warum entstehen/entstanden eigentlich Universitätsnovellen? (z.B. Bologna Prozess: War es die Vergleichbarkeit oder eine gewisse „Vereinheitlichung“ der Europäischen Studiensysteme…?) In welchen Abständen gab es diese Novellen? Systematik dahinter? Wie flexibel ist dieses Systems? Faktor Politik? Was bringt ein Bewertungssystem fĂĽr Universitäten? Qualitativ / Quantitativ – Ist Bologna das richtige Mittel? zB. Wien: itnoa-Ausstellung von TU – Akademie – Angewandte; Eigentlich viel „bessere“ Vergleichbarkeit? Wie schaut es im internationalen Vergleich aus? Freier Studienzugang? Wird es in Zukunft auch an der TU Zugangsbeschränkungen geben – Machen Aufnahmeverfahren wie an der Akademie und der Angewandten Sinn im Architekturstudium? Qualität der Ausbildung ist nicht mehr wählbar: Stichwort freie Wahlfächer; zB. Ergänzungen Philosophie, Soziologie,…. Kunst/Kulturraum Zeichensäle Pfeiffergasse! Produkt der Studentenproteste – aber nicht möglich aufgrund wirtschaftlicher Interessen des Besitzers (Eigen)Initiative von Studenten, Selbstermächtigung, Aneignung von Räumen im urbanen/städtischen Umfeld! Gibt es heute noch diese selbstorganisierten Initiativen der Studenten, oder sterben diese aus? Die Universitäten als Netzwerk! Die Funktionalität der Struktur: TU vs Akademie und Angewandte! – Thema Anglo- Sachsefizierung der Strukturen?
PANEL 2:
Thema Anglo-Sachsefizierung der Strukturen? Globalisierung der Dienstleistungsgesellschaft! Wie gestaltet sich die Zukunft im Konkurrenzkampf mit China und Indien? HOAI im internationalen Vergleich? Wie ist das eigentlich für andere Professionen, Künstler, Grafiker, …usw; Vergleich zu „Resteuropa“? Ist Architektur überhaupt als eigenständige Disziplin definierbar? Und wenn ja, als was? (…und täglich grüßt das Murmeltier). Ist ein Architekt eher der Künstler der ein eigenständiges Kunstwerk entwirft, oder mehr ein Dirigent/Intendant/Regisseur? Ist Architektur auch nur eine Form der Prostitution? (Wie es schon Rem Koolhaas formuliert hat?). Auswirkung auf Gesellschaft? Von Architekten gebaute Masse weltweit ist vernachlässigbar klein! Besetzung von Verwaltungspositionen! Warum gibt es keine oder kaum Architekten in politischen Ämtern? Wie kann überhaupt evaluiert werden was ein Architekt ist? Wo sind die Grenzen der Architektur? Wie sind die wirtschaftlichen und „politischen“ Interessen der Architekten überhaupt zu bewerten? Selbstdarstellungswahn? Typologie der Mies / Corbu / Behrens Zampanos – ausgestorben? Menschen ohne Architekturausbildung die Architektur (besser) machen als die studierten Architektierenden? Die Uni als Medien-Maschine? (again, TU vs Akademie und Angewandte). Thema Networking! Wir leben in einer Zeit der Netzwerke! Wie wird eigentlich Raum produziert? (Foucault). Wo sind die Verantwortungen des Architekten anzusetzen? Haben Architekten die subversive Chance, durch Formgebung ein symbolisches Programm einzuführen welches das funktionelle, wirtschaftliche und symbolische Produkt eines Gebäudes subventioniert oder unterstützt? Baukünstlerbewegung in Vorarlberg. Welche qualitativen Veränderungen hat es bewirkt? Was ändert sich wenn der Auftraggeber zeichnungsberechtigt ist? Abgrenzung / Isolierung / Separation der Architektur gegenüber anderen Professionen – Stichwort Kammer!
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Bisherige Themen
2009
[wo]man and machine
2008
´X-IST RESIST X-CITE – Lange Nacht vom Bauen der Zukunft´
2007
´complex[c]ity – We call experts to participate in the construction of urban future´
2006
´New territories::anything but ordinary´
2005
´Oriental Hot Key´
2004
´The Principles of Tasty Spaces´
2003
´Buy Buy Architecture´
2002
´Do you still want to save the world, mr/s ar-chitect?´
2001
´[changing strategies]´
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